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dens
denk
mal
Molln

Friedensdenkmal Molln

Friedensdenkmal Molln Bild

Kriegerdenkmäler für die Gefallenen der beiden Weltkriege prägen seit vielen Jahrzehnten allerorts Friedhöfe, Kirchen- und Ortsplätze. Sie sind meist in Stein oder Metall gehauene Monumente, die scheinbar sinnbildlich für den Krieg und den Krieger stehen. Neue Denkmäler sind äußerst selten, gilt es doch für viele, die Heldenverehrung mithilfe der alten Denkmäler aufrecht zu erhalten. Doch Krieg ist nichts Heldenhaftes und der Grund warum so viele, oftmals sehr junge Männer um ihr Leben gebracht wurden, wird nicht thematisiert. In Molln wurde der Schritt gewagt und ein neues Denkmal für die gefallenen Soldaten beider Weltkriege konzipiert. Im Vordergrund steht nicht der Krieger, sondern der Mensch, der aus seinem Leben gerissen wurde. Als Sinnbild für den Krieg wird nicht Metall oder Stein genommen, sondern Papier. Denn Papier ist das Material, welches die Kriegsführung damals erst möglich machte. Pläne, Befehle, Einberufungen, Todesmeldungen, ja selbst die Aufarbeitung, ist ohne Papier nicht denkbar.Zudem verhält sich Papier wie die Erinnerung selbst: es muss konserviert, geschützt und gepflegt werden um die Zeiten zu überdauern.

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Das Denkmal besteht aus einem Glaskubus, in welchem wiederum ein in Glas eingefasster Quader aus DIN-A4 Papierstapeln steht. Die Maße dieses Quaders entsprechen jenen des alten Mollner Kriegerdenkmals. Er besteht aus einer halben Million Bögen, gestapelt wie in einem Archiv. Die oberste Schicht ist als ein Kartogramm von Molln zu sehen, dessen Grundlage die Namen der Gefallenen beider Weltkriege bilden. Sie stehen an dem Platz, wo diese Menschen zuletzt gewohnt haben, oder geboren wurden. Aus dem unpersönlichen Listennamen wird so ein Bezug zu diesem Menschen und zu seiner – zu unserer Heimat hergestellt. Das Denkmal kann somit auch als Art Glassarkophag gesehen werden, in welchem die Erinnerung an diese Menschen aufbewahrt wird und eine intensivere Beschäftigung möglich wird.Da das Erkennen der fatalen Konsequenzen von Krieg und Terror mit diesem Denkmal für alle Menschen und alle Altersgruppen möglich ist, hat es neben seiner Funktion der Erinnerung und der Erkenntnis auch die Botschaft der Wichtigkeit des Friedens inne. Deshalb ist die Bezeichnung für das neue Denkmal auch „Friedensdenkmal“.

An der Realisierung beteiligt:

  • Sebastian Gärtner
  • Peter Tomaselli
  • Mag. Christian Hatzenbichler MA
  • Mag. Anton Aschauer
  • Thomas Wimmer
  • Walter Kasper
  • Herbert Kienbacher
  • Herbert Schallert
  • Rudolf Pertl
  • Anna Sophia Rußmann
  • Florian Kogseder
  • Roland Hatzenbichler
  • Willi Haidinger
  • Georg Innreither
  • Willi Baumgartner
  • a.Univ.Prof.Mag.Dr. Reinhold Gärtner
  • Dr. Martin Gärtner
  • Arbeitskreis Friedensdenkmal
  • Kulturreferat der Gemeinde Molln